Wettbewerbe

Durch die Teilnahme an Wettbewerben wird das Interesse unserer Schülerinnen und Schüler an den MINT-Fächern auf vielfältige Weise geweckt, denn die meist aktuellen mathematischen oder naturwissenschaftlich-technischen Fragestellungen knüpfen an die Erlebniswelt unserer Jugendlichen an und wecken so ihre Neugier an der Wissenschaft.

Abgekoppelt von der Notenbeurteilung können sich die Schülerinnen und Schüler völlig freiwillig und je nach Wettbewerb sogar in einer von ihnen selbst gewählten Lernumgebung der Lösung der einzelnen Aufgaben widmen. Deshalb fördern die MINT-Fachkräfte unserer Schule kontinuierlich die Teilnahme an einer Auswahl der inzwischen sehr vielfältigen Wettbewerbsangebote.

Im Rahmen eines „Känguru-Nachmittags“ bieten wir beispielsweise unseren Schülerinnen und Schüler an, mit Fachlehrerinnen und -lehrer und talentierten Schülerinnen und Schüler der Oberstufe für eine erfolgreiche Beteiligung an diesem gleichnamigen Mathematik-Wettbewerb zu trainieren. Der Förderverein unserer Schule unterstützt die Teilnahme aller Schülerinnen und Schüler der Klasse 5 am  „Känguru-Wettbewerb“ sowie am Naturwissenschaftswettbewerb „HEUREKA“, indem er die Teilnahmegebühr übernimmt.

Infolgedessen können wir uns Jahr für Jahr mit mehreren hundert Schülerinnen und Schüler über ihren Spaß am Engagement in verschiedenen MINT-Wettbewerben freuen, welches oft sogar von Erfolg gekrönt ist.

Unsere größten Erfolge lassen sich auf der aktuellen Seite und in den MINT-Fachbereichen unserer Homepage sowie in unserem Jahrbuch nachverfolgen.

Wettbewerb: Die Zeitkapsel

Das Thema Evolution war ein interessanter Gegenstand unseres Biologieunterrichts im vergangenen Schuljahr.

Hierzu passte nach Ansicht unserer Klasse ein ausgeschriebener Wettbewerb des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) ganz gut, denn die Frage nach der Entwicklung des Lebens auf unserer Erde kann man ja auch einmal mit Blick in die Zukunft stellen.

Also entschieden sich einige Teams, sich an diesem Projekt zu beteiligen.

Das DLR hat im Jahr 2017 das sogenannte „Projekt_4D“ gestartet, das auch unter dem Namen „Zeitkapsel“ bekannt ist. Schülerinnen und Schüler wurden zu einer Aktion aufgerufen, Botschaften für die Zukunft zu formulieren. Die Resonanz war groß, denn insgesamt haben 8.000 Schülerinnen und Schüler von 30.000 Angeschriebenen teilgenommen. Durch diese Aktion will man die Schülerinnen und Schüler für Technik begeistern.

Was ist nun der Sinn dieser Aktion? Wünsche von diesen vielen Schülerinnen und Schülern sowie 2.000 Fotos werden auf einer speziellen Disc im Blu-Ray-Format gespeichert, die in einer Kapsel verschlossen wird, in das Weltall reisen. Neben dieser Disc werden weitere Sachen in der Kapsel verschlossen: ein Mini-Papierflieger mit einer Spannweite von nur einem Zentimeter als Symbol für die Luftfahrtforschung des DLR, mehrere Meteoritenstückchen von verschiedenen Himmelskörpern als Symbole für die Luftfahrtforschung, ein kleines Spielzeugauto für die Verkehrsforschung und eine von Schülern gebaute Minisonnenuhr als Symbol für die Energieforschung. Die Kapsel ist eine Hohlkugel aus Aluminium mit einem Durchmesser von 13,3 cm.

Der deutsche Astronaut Alexander Gerst wir diese Zeitkapsel im Sommer 2018 für ca. sechs Monate mit auf die internationale Raumstation ISS nehmen, wo diese dann viele Male um die Erde kreisen wird. Gerst bringt die Kapsel dann wieder mit zu Erde, wo die Kapsel im Haus der Geschichte in Bonn 50 Jahre verschlossen aufbewahrt wird. Diese Zeitkapsel wird dann 2068 im Haus der Geschichte in Bonn (insoweit es dann noch existiert!) geöffnet. Hier ist auch sicherheitshalber eine Kopie der Disc hinterlegt und ein Abspielgerät gelagert, damit die Daten auch in 50 Jahren noch gelesen werden können. Es wird dann sehr interessant sein, was die Schülerinnen und Schüler im Jahr 2017 formuliert haben, was sie bewegte und welche Wünsche man für die Menschen in 50 Jahre aufgeschrieben hat (die dann noch lebenden Verfasser werden dann im  „Rentenalter“ sein).

Die 2.000 Fotos wurden über einen Aufruf in den sozialen Medien gesammelt. Es sollen Szenen aus dem Alltagsleben dargestellt werden. So wurden z.B. Fotos von Omas und Opas sowie Haustiere eingeschickt, oder Bilder von Sachen, die man dann vielleicht nicht mehr kennt oder die gefährdet sind (Leuchttürme, Gletscher, Litfass-Säulen etc.).

8.000 Schülerinnen und Schüler haben dem DLR ihre Wünsche für die Zukunft zugeschickt.

Fragestellungen an die Schülerinnen und Schüler, zu denen wir auch gehörten, waren: Wie soll unsere Welt in 50 Jahren aussehen? Was sollten wir verbessern, welche Probleme vorrangig lösen? Und welche Ziele setzen wir uns für unser eigenes Leben? Haben wir auch Botschaften an die junge Generation von morgen? Dabei durften alle Bereiche des Lebens betrachtet werden, wie z.B. Umweltfragen, Alltägliches, Politik, Religion etc. Wünsche nach Frieden, eine Welt ohne Kriege und Hunger wurden sehr häufig genannt. Stopps der Tierversuche und der Massentierhaltung, mehr Rechte für Kinder und Frauen, mehr Fröhlichkeit, Ausweitung der Menschenrechte, Maßnahmen gegen den Klimawandel sowie mehr Bildung wurden ebenfalls von vielen Schülerinnen und Schüler gewünscht. Viele verschiedene Wünsche waren also am Start.

Die besten Einsendungen wurden ausgezeichnet. Zehn Teams erhielten einen „Erlebnistag Raumfahrt“, weitere zehn Teams ein Überraschungspaket.

Im Folgenden werden die Gewinnereinsendungen betrachtet:

Ein Wunsch geht gegen den aktuellen Leistungsdruck unter anderem in der Schule. Es soll mehr Wärme für jeden Einzelnen geben und der Blick für das Wesentliche in den Vordergrund gerückt werden. Freundschaft, Familie, Erfolg, Vertrauen und Ehrlichkeit sind wichtig. In der Zukunft soll es weiterhin ausreichend Freizeit geben, besonders mit der Familie.

Eine andere Gruppe wünscht sich mehr Zusammenhalt, eine gesunde Umwelt, mehr Wissen für z.B. die Bekämpfung von Krebs, Unterricht für alle, mehr Naturschutz (für Mensch, Tier und Pflanzen), Frieden und Freiheit sowie Technischen Fortschritt zum Wohl der Menschheit.

Etwas phantasievoller hat eine andere Gruppe die Wünsche beschrieben. Sie wünscht sich fliegende Autos mit Sonnenenergie, Regenschirme als Ufos, Kleber als Kaugummi zum Essen und eine Schule ohne Lehrer nur mit Computern. Geschlafen wird dann im Weltraum und alle Straßen sind kunterbunt. Es gibt dann kein Geld mehr, sondern Süßigkeiten als Währung, Handys deren Akku nie leer geht und Luftballons als Flugzeuge. Kuscheltiere sind lebendig, Cupcakes sind von der Mondbäckerei. Wolken sind aus Zuckerwatte und der Nebel ist essbar. Tretroller mit Sonnenenergieantrieb, dass man nicht treten muss und viele Roboter, die für jeden dienen und machen was man will.

Die Welt soll viel fortschrittlicher sein, so ein anderes Wunschpaket. Die Medizin soll bessere Heilungsmöglichkeiten haben. Jeder soll seinen eigenen kleinen Roboter, der sich um einen kümmert, haben. Wohnen auf verschiedenen Planeten würde den Menschen ausreichend Raum zum Leben schaffen. Es wird sich eine Lösung gegen die Erderwärmung gewünscht.

Interessant ist der Ansatz einer anderen Gruppe, die daran erinnert, dass man nicht nur über die Vergangenheit und die Zukunft sprechen soll, sondern auch über die Gegenwart. Und jetzt soll man auch die Probleme lösen, was man sich sonst für die Zukunft wünscht. Jetzt also mehr Frieden, Umweltschutz, Recht auf Bildung, soziale Hilfe (Krankenversicherung für alle) und Freiheit sowie generell eine bessere Welt.

Die Welt soll sich weiterhin positiv entwickelt und es soll sich kein großer internationaler Konflikt ereignen, so der Wunsch einer anderen Siegergruppe.  Solidarität der Länder besonders gegen Terrorismus und für humanitäre Ziele wie  die komplette Gleichberechtigung aller Menschen auf allen Ebenen sowie das Ende der Ausbeutung benachteiligter Menschen wären wünschenswert. Mit neuen Technologien muss verantwortungsvoll umgegangen werden, die Technik soll aber nicht das komplette Leben übernehmen und bestimmen.

Anderen Schülern war der Kampf gegen Müll, besonders die Verschmutzung des Meeres (Plastikmüll!), besonders wichtig. Durch den Müll sterben viele Tiere. Dafür soll es 2067 eine Maschine geben, die solarenergiebetrieben über die Meeresoberfläche fährt und Müll einsaugt.

Eine Mädchengruppe wünscht sich neben technischen Fortschritt, dass Niemand mehr Hunger leidet und Niemand mehr Geldsorgen hat. Alle sollen ausreichend Arbeit haben sowie ein Dach über dem Kopf .Sie hoffen auf ein Leben in einer glücklichen, harmonischen Welt mit einer ehrlichen Gesellschaft.

Eine andere Gruppe betont, dass es der Natur gut geht, so lange der Mensch nicht eingreift!

Die Knappheit der natürlichen Ressourcen, die auf der Erde zur Verfügung stehen, sehen einige Schüler mit Sorge. Trotzdem werden Wälder gerodet und die Umwelt mit giftigen Abgasen verpestet. Klimawandel und das Schmelzen der Pole bis zum Anstieg des Meeres müssen aufhören.

Andere sehen sich in einer Welt mit Drohnen und Magnetautos als Fortbewegungsmittel. Es gibt dann auch keine einzelnen Länder mehr, sondern eine zentrale, weltweite Regierung, die für alle gleich sorgt. „Die Mehrheit der Menschen werden in riesigen Städten leben, das Ländliche ist quasi ausgestorben, dort fährt man nur zur Erholung hin. Man wird nur noch eine Sprache sprechen, die alle überall verstehen. Um Platz zu schaffen, sind ganze Unterwasserstädte entstanden und um die Menschheit zu versorgen, gibt es keine normalen Bauernhöfe mehr, sondern überdimensionale Farmen auf mehreren Ebenen in riesigen Wolkenkratzern. Gezüchtet werden genmanipulierte Pflanzen. Kein Mensch auf der Welt wird auf Grund seiner Meinung, seiner Religion und seiner Hautfarbe diskriminiert.“ Ob die Welt 2068 wirklich so sein wird?

 

Laura K. (9d)                                                                                                                          Juli 2018

 

Schülerin hat zum Thema Hirn etwas im Kopf -                 Junge Bonnerin siegt beim Regionalwettbewerb der Neurowissenschaften-Olympiade

Der Generalanzeiger berichtet:

 Von STEFAN KNOPP 

BONN . Wer kann die Zerebrallappen des Gehirns benennen? Die Schüler, die am Samstag beim regionalen Vorausscheid der achten „Deutschen Neurowissenschaften-Olympiade" teilnahmen, können das. Eine von ihnen ist Merle Göber vom Aloisiuskolleg aus Bad Godesberg. „Bio ist mein Lieblingsfach", sagte die 17-Jährige. Beruflich wolle sie auch gerne in Richtung Neurowissenschaften und Humanbiologie gehen. In der Mittagspause hatte sie ein gutes Gefühl für ihre bisherige Leistung, und am Ende stand sie tatsächlich als eine von drei Gewinnern fest und fährt zum nationalen Finale nach Heidelberg. 

Dort war die Elftklässlerin auch schon im vergangenen Jahr, schaffte es aber nicht zur internationalen Endrunde in Washington. Dieses Jahr findet die in Berlin statt, vielleicht wird es dieses Jahr etwas. Am Samstag schlug sie sich jedenfalls gut, sowohl beim schriftlichen Test als auch beim mündlichen auf dem Podium, wovor sie den meisten Bammel hatte. „Wenn man da etwas nicht weiß, dann direkt vor allen anderen." Am Ende kein Problem, ebenso wie der Neuroanatomie-Test, für den Modelle von Gehirn, Kopf und Wirbelsäule in einem Raum aufgebaut waren, verbunden mit Fragen, deren Antworten auf einem Bogen festgehalten werden sollten. 

Das Ganze fand im „Life & Brain Center" auf dem Gelände der Universitätskliniken auf dem Venusberg statt. Der Regionalwettbewerb ist für Schüler der Klassen 9 bis 13 aus Westdeutschland gedacht, es kamen Schüler aus Neuss, Ramstein, Bottrop, Wuppertal, Köln, Detmold, Mönchengladbach und anderen Städten. Aber das Gebiet ist groß: Auch vom Alexander-von-Humboldt-Gymnasium Bremen und Gymnasium Ritterhude bei Bremen waren Teilnehmer angereist. 

„Die meisten sind ein Jahr vor dem Abitur", sagte Beatrice Sandner vom Orga-Team. Teilnehmen könne bislang jeder Interessierte, da die Olympiade noch nicht so bekannt sei. „Die Lehrer nominieren Schüler, die registrieren sich, bislang sind keine weiteren Tests nötig." Wegen der kurzen Anreise kamen die meisten aus Bonn und Umgebung. Rebekka H. (17) und Leontinka R. (16) traten fürs Kardinal-Frings-Gymnasium an. Lieblingsfächer: Chemie und Bio. „Wir würden beide gerne Biomedizin oder Biochemie studieren", sagte sie, „und dann in die Forschung gehen." Sie waren in diesem Jahr aber „aus Spaß" dabei. Sie waren zuversichtlich: „Nächstes Jahr gewinnen wir." 

Die Aufgabenstellungen fanden sie recht anspruchsvoll. „Vor allem die molekulare Ebene ist schwer." Die Aufgaben hatte eine Jury zusammengestellt, die am Ende die Gewinner mitteilte. Neben der Bonnerin Merle fahren Jil Trampert vom Gymnasium Hermeskeil in Reinsfeld, Rheinland-Pfalz, und Jasmin Ross vom Gymnasium am Stefansberg in Merzig, NRW, zur nächsten Runde.

Rauchfrei ist cool!

be smart - don't start: Dr. von Hirschhausen am KFG Bonn (c) Regina Brodehser / angeknipst

Humorvoll und überaus motivierend haben am Dienstag, dem 7. November 2017, rund 450 Schüler_innen unserer Stufen 6, 7 und 8 sowie der Klasse 9d den Arzt, Autor und Kabarettisten Dr. Eckart von Hirschhausen erlebt. In der Aula des KFG warb von Hirschhausen mit einem launigen Bühnenprogramm für ein rauchfreies Leben und die Teilnahme am Nichtraucherwettbewerb „Be smart – don't start". Unter unseren Schüler_innen fand er hierbei starke Verbündete. Zahlreiche Wortmeldungen und Fragen zeugten vom großen Interesse und von scharfsinnigen und kenntnisreichen Einsichten des Publikums zu den Folgen der Nikotinsucht.

Wissenschaftsrallye der Uni Bonn

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Am Samstag, 4. Februar 2017, erhielten alle Schülerinnen und Schüler zwischen 13 und 17 Jahren die Möglichkeit bei der 10. Wissenschaftsrallye der Uni Bonn zu starten: https://www.uni-bonn.de/wissenschaftsrallye.

Anmeldung und Start erfolgten zwischen 10 und 11 Uhr im Meinhard-Heinze-Haus, Poppelsdorfer Alle 49, das bequem in 5 Minuten Fußweg vom Hauptbahnhof Bonn aus zu erreichen ist. Alle Teilnehmer erhielten einen Lageplan vom Ortsteil Poppelsdorf, auf dem die 12 Rallye-Stationen verzeichnet und in kurzen Fußwegen gut erwandert werden konnten. Besucht werden sollten z.B. die Volkssternwarte, ,das Meteorologische Institut, der Botanische Garten (Nees Institut), das Institut für molekulare Biomedizin oder die mathematischen und physikalischen Institute, um nur einige zu nennen. Die Institute ermöglichten den Schülern einen hervorragenden Einblick in ihre Arbeit und Forschung und stellten sie jeweils vor eine Aufgabe, die es zu lösen galt, um den entsprechenden Stationsstempel zu erwerben. Je nach Zeit und Interesse konnten die Teilnehmer die Rallye in schnellen 1,5 bis 2 Std. durchlaufen oder sich gemütlich bis zu 4 Std. Zeit lassen. Der Startpunkt war gleichzeitig auch der Zielpunkt der Rallye, die im übrigen kostenfrei war, und alle Zieleinläufer wirkten sehr zufrieden.

Achim Huntemann

Hans-Riegel-Fachpreis in zwei MINT-Fächern

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Die Facharbeiten von Annika Both in Biologie (3. Platz) und Linus Heck in Informatik (2. Platz) sind von einer Jury aus renommierten Wissenschaftlern  der Universität Bonn aus zahlreichen Einsendungen ausgewählt worden.

Beide KFG-Schüler der Q2 wurden am Mittwoch, 31. August, im Festsaal der Uni im Rahmen einer Feierstunde für ihre hervorragenden Leistungen geehrt und mit dem  Dr. Hans Riegel-Fachpreis ausgezeichnet.

Annika hatte eine Facharbeit mit dem Thema „Die künstliche Befruchtung im Hinblick auf das IVF- und ICSI-Verfahren in Deutschland“ vorgelegt.

Linus hatte die „Anwendung zellulärer Automaten für die Simulation von Verkehrssituationen“ erforscht.

Wir gratulieren den beiden recht herzlich zu ihrem grandiosen Erfolg!

Facharbeit Biologie

In meiner Facharbeit beschäftigte ich mich mit dem Thema künstliche Befruchtung im Bezug auf das IVF- und ICSI- Verfahren in Deutschland.

Dieses Thema wählte ich, da ich es überaus spannend und wichtig finde, wie man heutzutage in-vitro zu einer Befruchtung einer Eizelle und somit der Entstehung eines neuen Lebewesens beitragen kann. Dieser Eingriff in die Natur kann somit vielen ungewollt kinderlosen Paaren helfen, endlich den meist größten gemeinsamen Lebenswunsch zu erfüllen.

Sterilität ist heutzutage kein seltenes Thema. Störungen der Hormonproduktion, Geschlechtskrankheiten sowie Fehlbildungen von Eierstöcken, Eileitern und Gebärmutter der Frau oder die mangelnde Produktion normaler und gut beweglicher Spermien in den Hodenkanälen des Mannes stellen typische Infertilitätsursachen dar.

Nicht zu vergessen sind psychische Faktoren, wie besonders Stress, eine falsche Ernährung und der Konsum von Genussmitteln oder Drogen. Die meisten Behandlungen erfolgen jedoch aufgrund des meist fortgeschrittenen Alters der Frau. Schon ab dem Alter von 35 Jahren nimmt die Eizellqualität stetig ab.

Die In-vitro-Fertilisation (IVF) und die daraus resultierende Intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI) zählt man heute zu den wichtigsten Methoden der Reproduktionsmedizin.

Nach einer etwa zweiwöchigen ovariellen Stimulation (Hormonzufuhr) der Frau wird ein Eisprung ausgelöst und die mehrfach gereiften Follikel mithilfe der Ultraschalltechnik ambulant punktiert. Gleichzeitig erfolgt die Samengewinnung und -aufbereitung des Mannes. Nach weiterer Vorbereitung erfolgt schließlich die künstliche Befruchtung.

Bei der IVF-Methode  werden die entnommenen Eizellen außerhalb des Körpers (in-vitro) mit dem Samen des Mannes zusammengeführt.

Die ICSI-Methode ist eine Zusatzmaßnahme im Rahmen der IVF beispielsweise bei schlechter Samenqualität des Mannes. Zunächst wird eine Eizelle mit einer Haltepipette fixiert. Unter einem speziellen Mikroskop wird dann ein einzelnes Spermium in eine dünne Injektionspipette aufgezogen und direkt in die Eizelle injiziert. Die ICSI ahmt somit den natürlichen Vorgang des Eindringens eines Spermiums in die Eizelle nach.

Die befruchteten Eizellen verbleiben in einem Wärmeschrank bei 37° C Körpertemperatur. Ist nach einigen Tagen mindestens ein vitaler Embryo herangereift, wird dieser in einem dünnen Katheter in die Gebärmutterhöhle übertragen und nistet sich dort ein. Die Schwangerschaft beginnt.

Natürlich ist die künstliche Befruchtung, wie fast jeder medizinscher Eingriff, mit gewissen Risiken verbunden: Die Hormonstimulation kann bei Patientinnen eine Hyperstimulation auslösen. Durch das Transferieren maximal dreier gesetzlich zugelassener Embryonen ist die Wahrscheinlichkeit auf Mehrlingsschwangerschaften erhöht, wodurch die Gesundheit der Mutter und der Kinder beeinträchtigt werden kann. Ein weiterer Kritikpunkt ist die meist große psychische Belastung der Patienten sowie die hohen Kosten (ca. 4.000 Euro pro Behandlung; die Krankenkasse übernimmt bei verheirateten Paaren die Hälfte). Durchschnittlich sind mehrere Behandlungen notwendig. Ethisch betrachtet wird die künstliche Befruchtung oftmals kritisiert. „Ist ethisch erlaubt, was medizinisch möglich ist?“ 

Nachgewiesen ist jedoch, dass Risiken solcher Art nur geringfügig auftreten. Ärzte beraten ihre Patienten und schätzen diese gut ein.  Auch die Grenzen der Medizin sind den Ärzten bekannt.  Aufgrund des strengen Embryonenschutzgesetzes kann man in Deutschland vielen ethischen Zweifeln entgegenwirken und das allumstrittene „Töten bereits entstandenen Lebens“ verneinen.

Ich sehe die Reproduktionsmedizin als großen medizinischen Fortschritt. Natürlich sollte man sich immer vergewissern können, dass die Befruchtung weiblicher und männlicher Keimzellen ausschließlich unterstützt wird und kein Eingriff ins Erbgut erfolgt. Ebenso sehe ich es als Chance, der weiter sinkenden Geburtenrate in Deutschland entgegenzuwirken und die Möglichkeiten vieler steriler Paare auf ein Wunschkind zu verbessern.

Mein Besuch an der Uniklinik Bonn, Abteilung Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin, hat mich sehr fasziniert und mein Wissen über das Thema erweitert. Unter anderem durfte ich eine Spermieninjektion am Mikroskop live verfolgen. In der Abteilung Andrologie half ich dem Laborteam bei der Samenaufbereitung. Das Ärzteteam hat mich sehr nett in ihre Arbeit integriert und mir viele wichtige Fragen zu meiner Facharbeit beantwortet. Beeindruckt haben mich die Fotos der zahlreichen Retortenbabys, die in der Klinik zur Welt kamen. Aber auch traurig machte es mich, die große Enttäuschung eines weiterhin ungewollten kinderlosen Paares mitzuerleben.

Durch die vielen spannenden Eindrücke und mein großes Interesse kann ich es nun kaum erwarten, ein Medizinstudium aufzunehmen und vielleicht auch den Beruf als Gynäkologin einzuschlagen; es muss unbeschreiblich sein, daran mitzuwirken, ein gesundes Kind auf den Weg ins Leben zu bringen.

 Annika Both (Q2)

Facharbeit Informatik

Das Nagel-Schreckenberg-Modell ist eine Verkehrssimulation, die den Verkehr auf einer Autobahn darstellen soll. Die simulierten Autos folgen nur zwei einfachen Regeln: Sie beschleunigen, wenn sie kein Auto vor sich sehen, und bremsen, wenn sie sonst mit einem anderen Auto kollidieren würden. Außerdem kann durch einen „Trödelfaktor“ die Reaktionszeit der Verkehrsteilnehmer verlangsamt werden. Dieses einfache Modell simuliert in manchen Fällen eine reale Verkehrssituation so gut, dass man Staus effektiv vorhersagen und aus der Simulation Rückschlüsse ziehen kann, die sich meist im echten Verkehr wiederfinden lassen. Verkehrssimulationen wie das Nagel-Schreckenberg-Modell sind wichtig, damit Straßen und Geschwindigkeitsbegrenzungen sinnvoll geplant werden können. Diese Facharbeit erklärt den theoretischen Grundbaustein des Nagel-Schreckenberg-Modells, den zellulären Automat, und prüft die Genauigkeit des Modells in verschiedenen Situationen. Außerdem werden Details im Modell verändert, die Auswirkungen dieser Änderungen werden analysiert und auf den realen Verkehr bezogen. Es wird geschlussfolgert, dass das Nagel-Schreckenberg-Modell zur Simulation von großflächigen Verkehrssystemen wie Autobahnen geeignet ist, man aber für kleinflächigere Situationen wie das Anfahren an einer Ampel eher eine komplexere und genauere Simulation verwenden sollte.

Linus Heck (Q2)