Fördern und Fordern am KFG

Förderunterricht im Fach Deutsch findet am KFG bereits ab der Klasse 5 statt. Da die Kinder aus verschiedenen Grundschulen mit verschiedenen Vorkenntnissen zu uns kommen, machen wir uns ein Bild über ihren Leistungsstand und versuchen, sie je nach ihren individuellen Stärken und Schwächen zu fördern bzw. zu fordern. Dazu findet im 1. Halbjahr im jeweiligen Klassenverband eine Förderstunde statt, um, neben allgemeinen Übungen, in Zusammenarbeit mit der Münsteraner Rechtschreibanalyse (MRA) einen Test durchzuführen, durch den im 2. Halbjahr eine Differenzierung (nach Rechtschreib- und Grammatikschwächen, Wortarbeit und Ausdrucksschulung) stattfinden kann.

In der Jahrgangsstufe EF finden Angleichungs- bzw. Vertiefungskurse statt, die der Aufarbeitung von Leistungsdefiziten im Kernfachbereich Deutsch dienen. Dabei geht es also um die Weiterentwicklung und Sicherstellung der Kompetenzen, die für eine erfolgreiche Mitarbeit in der Qualifikationsphase erforderlich sind.  Diese Kurse werden im Rahmen von zweistündigen Halbjahreskursen angeboten und werden nicht mit einer herkömmlichen Benotung, sondern mit einer qualifizierenden Bemerkung („mit … Erfolg teilgenommen“) abgeschlossen.

In der Jahrgangsstufe Q1 finden regelmäßig zu Beginn der Themenwahl bzw. der Recherchephase Tutorien zum Verfassen einer Facharbeit statt. Neben dem Leitfaden für Schüler*innen, der eine ausführliche Hilfe bietet, brauchen viele der Jugendlichen eine genauere Anleitung, da ihnen der Bereich des wissenschaftlichen Arbeitens neu ist und Schwierigkeiten bereitet. Infoveranstaltungen und eine individuelle Betreuung der Kolleg*innen runden die Fördermaßnahmen in diesem Bereich ab.

Legasthenie und Lese-/ Rechtschreibschwäche

Legasthenie? LRS? Rechtschreibstörung? Diese Begriffe werden in der öffentlichen Diskussion zunehmend häufiger erwähnt und lenken den Blick darauf, dass in den letzten Jahren die Zahl der Schüler*innen, die mit gravierenden Problemen bzw. Erkrankungen im Bereich der Orthographie zu kämpfen hat, deutlich angestiegen ist. Diese Kinder versucht das KFG besonders zu unterstützen.

Bei entsprechenden Nachweisen und auf Empfehlung der jeweiligen Deutschlehrkraft können für diese Schüler*innen Nachteilsausgleiche von den Eltern beantragt werden, die von der Klassenkonferenz beraten sowie von der Schulleitung genehmigt werden müssen. Diese können z. B. beinhalten:

  • Verlängerung der Schreibzeit bei Klassenarbeiten
  • Ersatz einer schriftlichen Arbeit durch eine mündliche Prüfung
  • Nichtbewertung der Rechtschreibleistung

Weitere Informationen des Ministeriums für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen stehen zum Download bereit. Sprechen Sie die Deutschlehrkraft Ihres Kindes gerne für weitere Informationen und Hilfestellungen an.

Eine professionelle Diagnose und gezielte Förderung in einem entsprechenden Institut ist bei einem Verdacht auf LRS empfehlenswert.

(Stand: Dezember 2021)

NRW-Aktionsprogramm Ankommen und Aufholen am KFG

Theaterworkshop

Theaterbesuche und Workshops in den Jahrgangsstufen 5, 6, 8, 9, EF und Q1 sorg(t)en im Rahmen des NRW-Aktionsprogramms  „Ankommen und Aufholen“ wieder für mehr soziale Nähe über Kommunikation und Interaktion 

Der Mensch kann sich ohne Berührungen nicht vollständig entwickeln, zumindest besitzt sein Leben ohne haptische Erfahrungen und geistige Anregung nicht die volle Intensität. Gerade durch die Einschränkungen, den sozialen Abstand und den Lockdown in vielen Lebensbereichen während der Coronazeit und zeitgleich durch die zunehmende Digitalisierung hat die Berührungsqualität in unserer Gesellschaft und speziell am Lernort Schule stark abgenommen. Unter anderem deshalb hat die Landesregierung ein Aktionsprogramm für die Schulen in NRW mit rund 430 Millionen Euro unter dem Titel „Ankommen und Aufholen“ aufgelegt, „um die Folgen der Pandemie im schulischen Bereich aufzuarbeiten und aufzuholen“. Beim Fach Deutsch hat man sich für Theaterprojekte entschieden, da es gerade in diesem Feld zu enormen Einbußen gekommen ist. Möglichst vielen Schüler*innen unseres Gymnasiums sollten zum einen durch Theaterbesuche wieder kulturelle Teilhabe und das Einüben von Verhaltensweisen in einer wichtigen Kulturinstitution ermöglicht werden, zum anderen sollten sie durch spezielle Theater-Workshops in ihren sozialen und verbalen Kompetenzen zusätzlich gefördert werden. Zudem wollte die Deutsch-Fachschaft mit dem zur Verfügung gestellten Geld die freie Theaterszene in Form der beiden Jugendtheater im Stadtteil Beuel bewusst unterstützen, die durch die Krise besonders gelitten hat.

So durften sechs Deutschkurse der EF an drei Theaterabenden zu „Touch“ vom Theater Marabu der Bedeutung von Berührung im menschlichen Kontext folgen und dieser in anschließenden Theater-Workshops in der Schulturnhalle am eigenen Körper und in der Gruppe nachspüren. Allein die murmelnde Aufgeregtheit der Schüler*innen im Innenhof des Theaters vor und nach den Vorstellungen wieder mitzubekommen war ein schönes Erlebnis! Für alle fünften und sechsten Klassen gab es eine Sonderaufführung von „Die Schule der magischen Tiere“ vom Jungen Theater nur für unsere Schule. Genossen wurde sowohl das Theaterstück als auch das Ausflugsgefühl mit der jeweiligen Klasse – und natürlich auch der Snack in der Theaterpause. In insgesamt neun Einzelworkshops wurden mit Hilfe von „Sockenpuppen“ und anderen Methoden leichte Schauspielübungen durchgeführt und die Hilfe der „magischen Tiere“ im schulischen Alltag wieder aufgegriffen. Für die fünf Klassen in der Jahrgangsstufe 9 gab es ebenfalls Theaterkurse von den Theaterpädagog*innen des Jungen Theaters zu schauspielerischen Grundlagen in unserer Schulaula. Die achten Klassen können sich im kommenden Schuljahr ebenfalls auf einen Theaterbesuch in der Brotfabrik freuen –  bei einem Stück mit dem Titel „Zusammenraufen“, das gleichfalls die gesellschaftlichen Folgen und Verwerfungen durch die Coronakrise und den Ukraine-Krieg aufnimmt und kreativ be- bzw. verarbeitet. „Ein generationsübergreifendes Ensemble rauft sich zusammen und probt an der Idee der Gemeinschaft“, heißt es im Theaterprogramm. Für die Deutsch-Leistungskurse sowie für die Grundkursschüler*innen mit Deutsch als mündlichem Abiturfach gab es außerdem noch freiwillig Rhetorikkurse mit einem privaten Dozenten. Diese Kurse wurden laut Befragung einzelner Schüler*innen dankbar angenommen, intensiv verfolgt und mit persönlichem Gewinn für ihr weiteres Leben absolviert.

Die Deutschlehrer*innen und die Theaterpädagog*innen hoffen, unseren Schüler*innen mit diesem Zusatzangebot außerhalb des regulären Fachunterrichts ein wenig Zeit und Raum für kreatives Spiel zurückgegeben zu haben, um sie in ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu stärken und in ihrem Sozialverhalten zu fördern. Neben dem Rollenspiel und der Gruppendynamik waren aber auch Stimmtechnik und Körpersprache wichtige Übungsfelder, die lange durch die Masken, die Abstandsregeln und den von oben verordneten Frontalunterricht vernachlässigt oder zumindest stark beeinträchtigt wurden. So danken die Deutschkolleg*innen der Landesregierung NRW und dem Schulträger des Erzbistums Köln für die Zuteilung der beachtlichen Geldsumme (des sog. „Extra-Geldes“) für diese vielfältigen und breit angelegten Theaterprojekte. Den Schüler*innen hat dieses Angebot viel Vergnügen bereitet und sie trotz Corona hoffentlich auf ihrem individuellen Lern- und Lebensweg ein wenig weiter gebracht und die Gemeinschaft in den verschiedenen Lerngruppen etwas begünstigt.